HPL Platten richtig montieren: Mit oder ohne Unterkonstruktion

HPL-Platten (High Pressure Laminates z.B. Trespa) sind für ihre Robustheit, Vielseitigkeit und Langlebigkeit bekannt – ob an der Fassade, im Innenausbau, im Möbelbau oder in Feucht- und Nassräumen. Doch eine zentrale Frage bei der Planung lautet: Brauche ich für die Montage eine Unterkonstruktion – oder kann ich die Platten direkt befestigen?

In diesem Beitrag geben wir Ihnen einen praxisorientierten Überblick darüber, wann eine Unterkonstruktion nötig oder sinnvoll ist, welche Systeme es gibt, und worauf Sie bei der Planung achten sollten.

1. Montage an der Fassade – immer mit Unterkonstruktion

HPL-Platten an der Fassade müssen immer auf einer geeigneten Unterkonstruktion montiert werden – in der Regel aus Aluminium oder Holz. Diese dient nicht nur als tragende Basis, sondern auch zur Belüftung und Feuchteregulierung (Stichwort: hinterlüftete Fassade).

Wichtige Punkte:

  • Die Unterkonstruktion muss eben und dauerhaft verwindungsfrei sein.
  • Je nach Plattengröße und Windlast sind bestimmte Schraub-/Nietabstände einzuhalten.
  • Es muss eine feste und mehrere Gleitpunkte pro Platte geben, damit sich das Material ausdehnen kann.
  • Zwischen HPL-Platten sind Fugen vorzusehen (mind. 8–10 mm bei Stoßfugen).

Achtung: Bei unzureichender Hinterlüftung drohen Feuchteschäden – auch bei witterungsbeständigen Materialien wie HPL.

2. HPL im Möbelbau – auch ohne Unterkonstruktion möglich

Im Möbelbau kann HPL – meist als dekorative Deckschicht – direkt auf Spanplatten, MDF oder Multiplex aufgeleimt oder verschraubt werden. Alternativ können massive HPL-Platten (ab ca. 6 mm Stärke) auch als tragende Elemente verwendet werden.

Tipps für den Möbelbau:

  • Bei tragenden Konstruktionen HPL-Platten ab 8 mm verwenden.
  • Direktverschraubung ist möglich – vorbohren nicht vergessen!
  • Für besonders edle Optik: verdeckte Befestigungen mit Einschraubmuttern oder Verbindungsbeschlägen.
  • Kleben mit PUR- oder Montageklebstoff nur auf staubfreiem, tragfähigem Untergrund.

3. HPL in Feuchträumen und Sanitärtrennwänden

HPL ist feuchtigkeitsresistent und daher ideal für den Einsatz in Umkleiden, Duschanlagen oder WC-Kabinen. In diesen Bereichen werden meist spezielle Trennwandsysteme aus HPL-Platten mit Edelstahl- oder Aluminiumprofilen verbaut.

Montagearten:

  • Auf freistehenden Rahmen (z. B. Systemtrennwand mit U-/L-Profilen)
  • Mit Klemmhaltern oder Laschen an Wand und Boden fixiert
  • Je nach System: freihängend, auf Füßen oder durchgehend bis Boden

Auch hier gilt: Die Unterkonstruktion sorgt für Stabilität, Hygiene und saubere Fugenführung. Der Vorteil: Die gesamte Anlage ist leicht zu reinigen und extrem langlebig.

4. HPL kleben, nieten oder schrauben?

 

Bereich Unterkonstruktion nötig? Befestigungsmöglichkeiten
Fassade Ja Nieten, Schrauben, verdeckte Klammern
Möbelbau Meist nein Kleben, Schrauben, Dübelverbinder
Sanitärkabinen Ja (Rahmensystem) Schrauben, Klemmen, Nut-Feder-System
Küchenrückwand Nein Kleben mit Montagekleber oder Silikon
Werkstatt / Hobby Optional Direkt an Wand oder Trägerplatte schrauben

In der Küche werden Wände rund um Herd und Spüle besonders stark beansprucht. Hier punktet HPL durch seine Hitze-, Flecken- und Kratzbeständigkeit. Als fugenlose Küchenrückwand lässt sich das Material leicht reinigen und sorgt für ein modernes, aufgeräumtes Erscheinungsbild. Besonders beliebt: HPL in Beton- oder Metalloptik als Kontrast zur Holzarbeitsplatte.

Fazit: Die Unterkonstruktion entscheidet über Haltbarkeit und Optik

Eine Unterkonstruktion sorgt nicht nur für statische Sicherheit, sondern auch für korrekte Belüftung, Dehnspielraum und Montagefreundlichkeit – vor allem bei großflächigen Anwendungen wie Fassaden oder Trennwänden. In kleineren Innenanwendungen oder im Möbelbau kann HPL dagegen oft direkt verklebt oder verschraubt werden.

Wenn Sie langlebige, saubere und optisch ansprechende Ergebnisse erzielen möchten, lohnt sich die sorgfältige Planung der Befestigung – und gegebenenfalls die Investition in eine passende Unterkonstruktion. Denn nur so lässt sich die volle Funktionalität und Ästhetik von HPL-Platten dauerhaft nutzen.

Insbesondere bei großformatigen Platten, stark frequentierten Bereichen oder langfristig feuchtebelasteten Umgebungen empfehlen wir, auf bewährte Montagesysteme zu setzen. Die richtige Kombination aus Materialstärke, Befestigungstechnik und Untergrund sorgt für eine stabile, wartungsarme und optisch hochwertige Lösung – ganz gleich, ob im Außen- oder Innenbereich.

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