Aluminium-Verbundplatten gehören heute zu den vielseitigsten Materialien im Bereich Werbetechnik, Ladenbau und Architektur. Sie verbinden hohe Formstabilität mit geringem Gewicht und lassen sich gleichzeitig präzise bearbeiten sowie zuverlässig montieren. Dadurch eignen sie sich sowohl für einfache Schilder und Displays als auch für anspruchsvolle Fassaden- und Kassettenlösungen im Innen- und Außenbereich.

Der typische Aufbau aus zwei dünnen Aluminiumschichten und einem thermoplastischen Kern sorgt für eine sehr gute Ebenheit, hohe Steifigkeit und ein ausgewogenes Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht. Gleichzeitig ermöglicht dieser Verbundaufbau zahlreiche Bearbeitungsverfahren wie Sägen, Fräsen, Abkanten, Bohren, Kleben oder Nieten – und das mit vergleichsweise geringem Werkzeugeinsatz.

Dieser Alu Verbund Ratgeber bietet einen praxisnahen Überblick über die fachgerechte Verarbeitung und den sicheren Einsatz von Alu-Verbundplatten. Ziel ist es, typische Verarbeitungsfehler zu vermeiden, die Lebensdauer der Platten zu erhöhen und ein hochwertiges, dauerhaft stabiles Ergebnis zu erzielen – unabhängig davon, ob die Anwendung im Innenraum oder im Außenbereich erfolgt.

Alu Verbund Muster

1 Allgemeine Hinweise

Sicherheit

Bei der Verarbeitung von Aluminium-Verbundplatten sollten grundsätzlich Schutzbrille oder Gesichtsschutz, Gehörschutz sowie geeignete Schutzhandschuhe getragen werden. Ein Sicherheitsdatenblatt für Alu-Verbundplatten ist über den jeweiligen Händler oder Lieferanten erhältlich und sollte vor Beginn der Arbeiten beachtet werden.

Verpackung und Schutzfolie

Alu-Verbundplatten sind standardmäßig mit einer transparenten Schutzfolie versehen. Diese dient dem Schutz der Oberfläche und sollte erst kurz vor der endgültigen Installation entfernt werden. Obwohl die Schutzfolie UV-stabilisiert ist, wird empfohlen, sie so früh wie möglich nach der Montage abzuziehen – insbesondere dann, wenn die Platten Sonnenlicht oder Witterungseinflüssen ausgesetzt sind. Eine zu lange Verweildauer der Folie kann das spätere Entfernen erschweren und zu optischen Beeinträchtigungen führen.

Handhabung

Beim Umgang mit Alu-Verbundplatten ist besondere Sorgfalt geboten, vor allem bei großformatigen Platten. Es wird empfohlen, die Handhabung stets im Team durchzuführen. Beim Entnehmen von Panels aus einem Stapel oder von einer Palette dürfen diese nicht herausgezogen, sondern müssen immer über die darüberliegenden Platten angehoben werden. Für diesen Vorgang sind mindestens zwei Personen erforderlich, um Beschädigungen der Oberfläche zu vermeiden.

Lagerung – verpackte Platten

Vor der Einlagerung sollten Paletten und Platten auf Vollständigkeit sowie auf Transport- und Feuchtigkeitsschäden überprüft werden. Eventuelle Beanstandungen sind auf den Frachtpapieren zu vermerken und dem Lieferanten zu melden.

Die Paletten müssen vor Regen, Spritzwasser und eindringender Feuchtigkeit geschützt werden. Feucht gewordene Platten sind vor der Lagerung vollständig zu trocknen, um Fleckenbildung oder Korrosion zu vermeiden.

Alu-Verbundplatten werden in der Regel in Holzkisten geliefert und können bis zu vier Kisten hoch gestapelt werden. Eine Lagerdauer von mehr als sechs Monaten sollte möglichst vermieden werden. Bei längerer Lagerung ist nach dem Entfernen der Schutzfolie eine Reinigung mit einem fusselfreien Tuch erforderlich.

Starke Temperaturschwankungen können die Langzeitbeständigkeit der Schutzfolie beeinträchtigen. Im Außeneinsatz muss diese daher zwingend entfernt werden, da sich sonst schwer lösbare Schmutzränder bilden können.

Lagerung – entpackte Platten

Entpackte Alu-Verbundplatten sollten horizontal gelagert werden, um Verzug oder Durchbiegung zu verhindern. Unterschiedliche Formate sollten nicht übereinander gestapelt werden, insbesondere nicht mit schweren Platten auf leichteren. Fremdkörper zwischen den Platten sind zu vermeiden, da sie Druckstellen oder Abdrücke verursachen können.

Die Platten sollten nach Möglichkeit nach Größe sortiert gelagert werden. Bei vertikaler Lagerung (angelehnt) ist eine Gummimatte unterzulegen, und das Panel sollte eng an einer fixierten Rückwand anliegen.

Vor der Verarbeitung wird empfohlen, die Platten mindestens 24 Stunden bei einer Temperatur von ≥ 15 °C in einem sauberen, trockenen Raum zu lagern. Nach dem Entnehmen aus dem Stapel müssen die Platten vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Optische Konsistenz

Alu-Verbundplatten können produktionstechnisch bedingt leichte optische Abweichungen von Panel zu Panel oder von Charge zu Charge aufweisen. Diese Eigenschaften sollten bereits bei der Planung und Installation berücksichtigt werden.

Vollfarben

Für Vollfarben gilt ein Industriestandard von ΔE ≤ 1,0 im HunterLab-Farbraum. Helle und weniger deckende Farbtöne wie Rot, Gelb oder Blau reagieren empfindlicher auf Schichtdickenunterschiede und zeigen daher häufiger Farbabweichungen als gedeckte Farben.

Metallische Farben

Bei metallischen Farben liegt der zulässige Industriestandard bei ΔE ≤ 2,5. Die metallischen Pigmente richten sich während der Beschichtung bevorzugt in eine Richtung aus, wodurch die Ausrichtung der Panels einen stärkeren Einfluss auf das Erscheinungsbild hat.

Produktionschargen und Richtungspfeile

Um eine gleichmäßige optische Wirkung zu erzielen, sollte ein Projekt möglichst ausschließlich mit Material aus derselben Produktionscharge umgesetzt werden. Die auf den Panels angebrachten Richtungspfeile müssen bei der Montage einheitlich ausgerichtet sein.

Bei Zuschnitten aus Bereichen ohne Richtungspfeile empfiehlt es sich, die Beschichtungsrichtung vorab zu markieren, z. B. mit einem Filzstift. Der Einsatz unterschiedlicher Chargen sollte bei Fassadenanwendungen nur erfolgen, wenn deren optische Kompatibilität zuvor bestätigt wurde.

Alu Verbund

2 Alu Verbund Sägen

Für die Bearbeitung von Aluminium-Verbundplatten sind geeignete Sägeblätter und Fräser über spezialisierte Werkzeughändler erhältlich. Vor der Serienfertigung wird empfohlen, Probeschnitte durchzuführen, um das Schnittverhalten des Werkzeugs sowie die optimalen Schneidgeschwindigkeiten zu ermitteln.

Zur Markierung der Panels sollten ausschließlich weiche Bleistifte verwendet werden. Harte Markierwerkzeuge sind zu vermeiden, da sie die Aluminiumoberfläche beschädigen können. Beim Markieren entstehende Späne sollten sofort mit Druckluft abgesaugt werden, um Kratzer zu verhindern.

Aufgrund der Materialeigenschaften empfiehlt es sich, das Sägeblatt zu führen und nicht das Panel zu bewegen. Dadurch wird das Risiko von Oberflächenbeschädigungen deutlich reduziert. Bei sachgerechter Werkzeugwahl und Einhaltung der empfohlenen Schnittparameter entstehen saubere Schnitte mit glatten Kanten.

Sollten dennoch unregelmäßige Schnitte auftreten, sind häufig folgende Ursachen verantwortlich:

  • ungeeignete oder minderwertige Werkzeuge

  • Vibrationen während des Schneidvorgangs

  • stumpfe Schneiden

  • übermäßige Reibungshitze an der Schnittkante

Da Aluminium-Verbundplatten nur über eine geringe Wärmeleitfähigkeit verfügen, ist eine effektive Kühlung während des Sägens nur eingeschränkt möglich. Deshalb sollten Werkzeuggeometrie, Vorschub und Schnittgeschwindigkeit so gewählt werden, dass Reibung und Hitzeentwicklung möglichst gering bleiben.

Für Sägeschnitte eignen sich unter anderem folgende Maschinen:

  • Plattensägen, die eine effiziente und platzsparende Schneidlösung darstellen. Für den Produktionseinsatz sollten Industriegeräte verwendet werden, um konstante Toleranzen und eine lange Lebensdauer zu gewährleisten.

  • Tischkreissägen, die sich für kleinere Zuschnitte eignen, jedoch nicht für großformatige Platten empfohlen werden.

  • Mehrfach-Schlitzsägen bzw. V-Nut-Kreissägen, die insbesondere bei hohen Stückzahlen sinnvoll sind, da sie Zuschneiden und V-Nuten in einem Arbeitsgang ermöglichen.

  • Tragbare Kreissägen, die ebenfalls eine effektive Schneidmethode darstellen, sofern professionelle Geräte eingesetzt werden.

  • Stichsägen, die sich besonders zum Herausschneiden von Konturen eignen. Dabei ist vorsichtig zu arbeiten, um Beschädigungen der Oberfläche zu vermeiden.

Beim Ausschneiden von Formen oder Buchstaben aus der Plattenmitte kann Schaumstoff untergelegt werden, in den das Sägeblatt einschneidet. Die Panels sollten währenddessen eingespannt oder mit doppelseitigem Klebeband fixiert werden. Bei Verwendung von Spannvorrichtungen ist die Oberfläche entsprechend zu schützen.

Zu beachten ist, dass die Mindestbreite für geschnittene oder ausgeschnittene Stege 50 mm beträgt. Für Anwendungen in Küstenregionen oder aggressiven Umgebungen ist ein Sicherheitsfaktor von 2 anzusetzen, was einer Mindestbreite von 100 mm entspricht.

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3 Alu Verbund Fräsen und Abkanten

Für ein präzises manuelles Abkanten von Alu-Verbundplatten und ein sauberes, hochwertiges Finish wird empfohlen, den rückseitigen Bereich der Panels auf ca. 2,5 mm Dicke abzufräsen. Dabei wird die innere Aluminiumschicht sowie ein Teil des Polyethylenkerns entfernt. Üblicherweise erfolgt das Nuten in einem Abstand von etwa 25 bis 70 mm zur Plattenkante, bevor das Panel abgekantet wird.

Zum Fräsen der Alu-Verbundplatten kann unterschiedliche Ausrüstung eingesetzt werden. Vertikale Plattensägen eignen sich besonders gut, wenn sie mit speziell geformten Frässägeblättern ausgestattet sind. In der Praxis wird dabei dieselbe vertikale Säge wie beim Zuschnitt verwendet, jedoch mit einem angepassten Sägeblatt und einer Vorrichtung zur exakten Einstellung der Frästiefe. Die Verwendung eines Späneabsaugsystems ist hierbei zwingend erforderlich.

Alternativ kann eine tragbare Kreissäge mit einer geeigneten Frässcheibe eingesetzt werden. Diese Lösung eignet sich jedoch nur für eine begrenzte Anzahl von Arbeitsgängen. Dabei ist besonders auf die Stabilität der Maschine, die Qualität des Führungssystems sowie auf eine gleichmäßige Frästiefe zu achten, da diese Faktoren die Präzision der Nut maßgeblich beeinflussen.

Auch handbetriebene Fräser, wie sie üblicherweise in der Holzbearbeitung eingesetzt werden, können mit geeigneten Hartmetallfräsern verwendet werden. Diese Methode ist ebenfalls nur für kleinere Stückzahlen geeignet. Die Stabilität des Werkzeugs und der Führung hat hier einen entscheidenden Einfluss auf die Fräsqualität.

Bei geformten Elementen mit einem Biegeradius zwischen 2 und 7 mm wird empfohlen, in der Abkantzone eine rechteckige oder V-förmige Nut einzufräsen. Dabei muss sichergestellt werden, dass im Bereich der unteren Aluminiumschicht zwischen 0,30 und 1,00 mm Kernmaterial erhalten bleiben. Die Form und Tiefe der Nut bestimmen direkt den späteren Biegeradius. Eine gleichmäßige Restdicke des Polyethylenkerns ist Voraussetzung für ein sauberes und gleichmäßiges Biegen.

Durch das Fräsen nur einer Plattenseite kann das Alupanel nach innen oder außen gebogen werden, um Innen- oder Außenecken herzustellen. Bei einer rechtwinkligen Abkantung liegt der Biegeradius des Endprodukts in der Regel zwischen 3,0 und 3,5 mm. Gleichzeitig verlängert sich das Bauteil um etwa 0,5 bis 1,0 mm, weshalb die Ausgangsplatte entsprechend kürzer zugeschnitten werden sollte.

Für Fräsarbeiten mit Hartmetallsägeblättern haben sich folgende technische Richtwerte bewährt: ein Außendurchmesser von ca. 305 mm, eine Zähnezahl von etwa 24 sowie eine Drehzahl zwischen 3.000 und 5.000 U/min.

Für die Bearbeitung kleiner Stückzahlen genügt in der Regel der Einsatz einer Fräse in Kombination mit einer Schneidemaschine. Bei größeren Produktionsvolumina empfiehlt sich hingegen eine industrielle Lösung mit Hebevorrichtung, Kreissäge und speziell ausgelegtem Nutenfräser, um reproduzierbare Ergebnisse und eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen.

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4 Alu Verbund Eckschneiden und Biegen

Zum Ausschneiden von Ecken, um eine Kassette zu formen, gibt es prinzipiell zwei Methoden

Ein Holzmeißel kann genutzt werden, um die dünne Restlage im Bereich einer Fräsnut sauber zu entfernen. Ein kräftiger Hammerschlag auf einen ausreichend breiten Meißel ermöglicht das problemloses Herauslösen des Materials. Wichtig ist, dass der Meißel breiter ist als der auszuschneidende Bereich. Mit etwas Übung lassen sich so sehr saubere Fugen herstellen.

Beim Stanzen handelt es sich um eine besonders produktive Bearbeitungsmethode. Dabei können sowohl die Ecken als auch die dazugehörigen Befestigungslöcher in einem einzigen Arbeitsschritt herausgeschnitten werden, was den Arbeitsaufwand deutlich reduziert.

Der minimale Biegeradius von Alu-Verbundplatten ohne vorheriges Rückseitenfräsen entspricht etwa dem Vierzigfachen der Plattendicke. Eine Platte mit 4 mm Dicke benötigt somit einen Mindestradius von etwa 160 mm, um materialschonend gebogen zu werden.

Alu-Verbundplatten lassen sich in einer 3-Rollen-Biegemaschine, mit einer Abkantpresse oder auch über einem fest montierten Rohr kalt verformen. Das Verfahren ähnelt der Bearbeitung von Aluminium, allerdings ist aufgrund der empfindlichen Oberfläche besondere Sorgfalt erforderlich. Die Rollen müssen sauber, glatt und frei von Beschädigungen sein, um Kratzer oder Druckstellen zu vermeiden. Zusätzlich empfiehlt es sich, zwischen Platte und Rollen eine Schutzfolie einzulegen. Die Platten sollten nicht zwischen den Rollen eingeklemmt werden. Aufgrund der geringen Rückfederung ist es sinnvoll, etwa 3 bis 5 Grad über den Zielwinkel hinaus zu biegen, da die Platte nach dem Biegen ihre Form beibehält.

Beim Abkanten mit einer Abkantpresse sollte oben ein Stempel mit dem gewünschten Radius verwendet werden. Das Gesenk ist unten so zu öffnen, dass es etwa doppelt so breit ist wie die Materialstärke inklusive Schutzfolie zuzüglich der Stempelbreite. Zusätzlich sollte das Gesenk mit einem Schutzpolster von mindestens 3 mm ausgestattet sein. Je nach Oberflächenfinish (eloxiert oder lackiert) und Materialtoleranzen kann eine Anpassung erforderlich sein. Der Radius des Stempels entspricht in der Regel dem späteren Innenradius der fertigen Abkantung.

Beim Biegen über ein befestigtes Rohr wird die Platte über ein Rohr mit passendem Durchmesser geführt, das sicher an der Arbeitsfläche montiert ist. Mit einem gelenkigen Anschlag oder Hebel am Tischende lässt sich das Material kontrolliert und gleichmäßig biegen.

Das Bohren von Alu-Verbundplatten kann mit handelsüblichen Bohrern für Aluminium und Kunststoffe erfolgen. Empfohlen werden Spiralbohrer aus Schnellstahl. Der Spitzenwinkel sollte zwischen 100 und 140° liegen oder alternativ eine Gegenbohrung mit Zentrierspitze verwendet werden. Die empfohlene Drehzahl liegt je nach Bohrdurchmesser zwischen 164 und 984 U/min. Höhere Drehzahlen in Kombination mit geringerem Vorschub sowie gelegentliches Anheben des Bohrers erleichtern den Spanabtransport und verbessern das Bohrergebnis.

Für das Verbinden und Befestigen von Alu-Verbundplatten stehen verschiedene Befestigungsmittel zur Verfügung. Die Auswahl und statische Eignung der Verbindungselemente sollte durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte erfolgen und richtet sich häufig nach den geltenden Bauvorschriften. Bei Anwendungen im Bauwesen sind oftmals geprüfte und zugelassene Befestigungssysteme erforderlich.

Als zulässige Verbindungsmaterialien gelten Aluminium, Kunststoffe, rostfreier Stahl sowie beschichteter Stahl (z. B. mit Zink, Aluminium oder Kadmium). Nicht zulässig sind Kupfer, Messing, Bronze, Eisen und unbeschichteter Rohstahl, da diese in Verbindung mit Aluminium zu Kontaktkorrosion durch elektrochemische Reaktionen führen können. Wenn solche Materialien dennoch eingesetzt werden müssen, ist eine elektrisch isolierende Trennschicht erforderlich.

Werden Verbindungselemente eloxiert, sollte die Montage erst nach der Eloxierung erfolgen. In jedem Fall ist das unterschiedliche Wärmeausdehnungsverhalten der Materialien bei der Konstruktion zu berücksichtigen.

Zur Befestigung von Winkeln, Unterkonstruktionen oder dekorativen Elementen werden häufig Blindniete verwendet. Da der Nietkörper direkten Kontakt mit der Aluminiumdeckschicht hat, sollten bevorzugt Niete aus Aluminium oder Edelstahl eingesetzt werden. Die Scher- und Zugfestigkeit der Niete ist den Herstellerangaben zu entnehmen. Bitte beachten Sie, dass in manchen Bauordnungen Blindniete für tragende oder strukturelle Verbindungen nicht zugelassen sind.

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5 Alu Verbund Verbindungstechniken

Schrauben können viele der Funktionen von Nieten übernehmen und stellen eine bewährte Verbindungsmethode für Alu-Verbundplatten dar. Als Industriestandard gelten Schrauben aus rostfreiem Stahl, da sie Korrosion verhindern und den Kontakt unähnlicher Metalle vermeiden. Da Schrauben üblicherweise durch vorgebohrte Löcher montiert werden und die Aluminiumdeckschicht der Platte nur ca. 0,3 mm dick ist, empfiehlt sich der Einsatz von Blechschrauben mit Schraubgewinde. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Schraube Zugbelastungen aufnehmen muss und die Aluminiumhaut diese Kräfte sicher übertragen soll.

In der Praxis werden Alu-Verbundplatten teilweise direkt auf Unterkonstruktionen oder Gittern befestigt. Art, Dicke und Tragfähigkeit des Auflagermaterials sowie die zu erwartende Belastung bestimmen dabei Größe, Gewindeform und Ausführung des geeigneten Befestigungsmittels.

Schraubverbindungen mit Muttern bieten eine besonders zuverlässige Möglichkeit, Alu-Verbundplatten untereinander oder mit anderen Bauteilen zu verbinden. Um elektrochemische Korrosion zu vermeiden, sollten Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben aus verzinktem oder rostfreiem Stahl bestehen. Beim Anziehen der Muttern ist besondere Vorsicht geboten, da der Kunststoffkern der Platte komprimierbar ist. Ein zu starkes Anziehen kann zu Verformungen der Aluminiumhaut führen. Um ein späteres Lösen der Verbindung zu verhindern, empfiehlt sich der Einsatz von Sicherungsmuttern oder Doppelmuttern in Kombination mit Unterlegscheiben. Grundsätzlich sollte die Leistungsfähigkeit des gesamten Befestigungssystems vorab geprüft werden.

Neben mechanischen Befestigungen können Alu-Verbundplatten auch verklebend montiert werden. Neben strukturellen Klebstoffen kommen häufig hochwertige doppelseitige Klebebänder zum Einsatz, insbesondere zur Montage auf ebenen Flächen wie Wänden, Decken, Möbeln oder Abdeckungen. Bei der Auswahl des Klebstoffs ist größte Sorgfalt erforderlich, da dieser sowohl zur Anwendung als auch zu den jeweiligen Umweltbedingungen passen muss. Einige Klebstoffe neigen während des Aushärtens zu Durchzeichnungen und sollten daher nicht verwendet werden.

Um thermische Längenänderungen auszugleichen, empfiehlt sich der Einsatz von Klebstoffen mit dauerhafter Elastizität. Vor der Anwendung sollten unbedingt die Verarbeitungshinweise des Klebstoffherstellers beachtet werden. Die zu verklebenden Oberflächen müssen sauber, trocken sowie fett- und staubfrei sein, um eine dauerhafte Haftung zu gewährleisten.

Eine weitere häufig eingesetzte Verbindungsmethode ist das Schweißen von Alu-Verbundplatten. Dabei werden der Polyethylenkern der Platte und der Schweißdraht mithilfe eines heißen Luftstroms aus einer elektrisch beheizten Schweißpistole in einen plastischen Zustand versetzt und miteinander verbunden. Für hochwertige Schweißnähte sind eine sorgfältige Vorbereitung der Kanten, eine gleichmäßige Schweißgeschwindigkeit, konstanter Anpressdruck, saubere Heißluft sowie die korrekte Temperatur entscheidend.

Beim sogenannten Hin-und-Her-Schweißen wird der Schweißdraht in einem gleichmäßigen Winkel mit moderatem Druck geführt und ohne Kreisbewegungen verarbeitet. Wichtig ist, dass Schweißdraht und Fugenbereiche gleichmäßig erwärmt werden. Alternativ kann mit einer Hochgeschwindigkeitsdüse gearbeitet werden, bei der Draht und Kanten gleichzeitig erhitzt werden. Der Schweißdraht wird dabei durch den konstanten Druck der Düse direkt in die Fuge gepresst, was eine besonders gleichmäßige und belastbare Schweißnaht ermöglicht.

Die Vorbereitung der Schweißkanten richtet sich nach der jeweiligen Verbindungsart. Bei Stumpfverbindungen müssen beide Kanten abgefräst werden, bei Eckverbindungen nur eine Platte. Für T-Verbindungen wird die dünne Metallhaut im Fügebereich entfernt, um den Polyethylenkern freizulegen. Bei Abkantungen sollten die Kanten zuvor mit einem formgebenden Fräser vorbereitet werden.

Da der freigelegte Polyethylenkern relativ schnell oxidiert, sollte spätestens innerhalb von 24 Stunden nach dem Fräsen geschweißt werden. Nach dem Abkühlen kann die Schweißraupe mit Messer oder Spachtel entfernt werden. Der gesamte Schweißprozess sollte in einer sauberen Umgebung ohne Öl- oder Wasserrückstände erfolgen.

Als Schweißdraht wird Polyethylen niedriger Dichte verwendet. Dieser ist unpigmentiert, weist eine Dichte von ca. 0,9 g/cm³ auf und ist in Durchmessern von 3, 4 oder 5 mm erhältlich. Unmittelbar vor dem Schweißen sollte die äußere Oxidschicht vom Schweißdraht entfernt werden. Auch hier empfiehlt es sich, Vorversuche durchzuführen, um die Belastbarkeit und Eignung der Verbindung für den jeweiligen Anwendungsfall sicherzustellen.

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6 Alu Verbund Beschichten und Bedrucken

Beschichten (Offline-Beschichtung)

Bei der Offline-Beschichtung von Alu-Verbundplatten sollten grundsätzlich die Vorgaben des jeweiligen Lackherstellers eingehalten werden. Für ein dauerhaft gutes Ergebnis sind einige vorbereitende Schritte entscheidend.

Die Oberfläche sollte zunächst leicht angeschliffen werden, um die Haftung der Beschichtung zu verbessern. Anschließend ist sie gründlich von Staub, Schmutz, Öl oder anderen Rückständen zu reinigen. Hierfür eignet sich ein weiches, fusselfreies Tuch in Verbindung mit einem lösungsmittelhaltigen Reiniger auf Nicht-Erdölbasis, beispielsweise Reinigungsalkohol.

Das Aushärten der Beschichtung sollte bei Raumtemperatur erfolgen, da Temperaturen über 80 °C zu Verformungen des Alu-Verbundmaterials führen können.

Bedrucken von Alu-Verbundplatten

Alu-Verbundplatten eignen sich hervorragend für den Druck mit Epoxid- oder Urethan-basierten Tinten und Farben. Vor dem Einsatz sollte jedoch sichergestellt werden, dass die gewählte Tinte sowohl ausreichende Haftung als auch die erforderliche Wetterbeständigkeit aufweist. Ein Vorab-Haftungstest wird ausdrücklich empfohlen.

Vor dem Bedrucken ist die Oberfläche sorgfältig vorzubereiten. Staub und lose Partikel müssen vollständig entfernt werden. Ölige oder fettige Verschmutzungen können zu Druckfehlern wie Splittern, Zerspringen oder Haftungsproblemen führen und müssen daher mit einem weichen Tuch und Alkohol, N-Hexan oder vergleichbaren Reinigern restlos beseitigt werden.

Auch die Lagerbedingungen spielen eine wichtige Rolle: Unsachgemäße Lagerung oder unzureichende Trocknung können die Haftung und Druckqualität negativ beeinflussen. Die Lagertemperatur sollte 80 °C nicht überschreiten, und die Platten sollten horizontal gelagert werden, um Verzug zu vermeiden.

Leicht abziehbare Schutzfolie

Eine leicht abziehbare Schutzfolie sorgt dafür, dass keine Kleberückstände auf der Oberfläche verbleiben. Dadurch wird die Reinigungszeit reduziert und das Risiko von Druckstörungen deutlich minimiert. Insbesondere bei hochwertigen Druckanwendungen ist dies ein klarer Vorteil.

Druckoptimierte Alu-Verbundplatten

Für besonders hochwertige Druckergebnisse stehen spezielle Alu-Verbundplatten zur Verfügung. Dazu zählt beispielsweise A-Lite, eine Variante mit digitaler Signalweiß-Beschichtung, die eine verbesserte Tintenhaftung sowie besonders brillante und intensive Farben ermöglicht.

Reinigung von Alu-Verbundplatten

Alu-Verbundplatten sollten regelmäßig gereinigt werden, da sich auf der Oberfläche im Laufe der Zeit Staub, Schmutz und luftgetragene Partikel ablagern. Im Außenbereich kommen häufig zusätzlich Kohlenwasserstoffe aus Abgasen sowie Rückstände aus Umwelt- und Vegetationseinflüssen hinzu.

Für die Reinigung hat sich ein mehrstufiges Vorgehen bewährt. Zunächst wird die Oberfläche mit klarem Wasser abgespült, um lose Verschmutzungen zu entfernen. Anschließend kann sie vorsichtig mit einem weichen Tuch gereinigt werden. Bei stärkeren Verschmutzungen ist der Einsatz eines Hochdruckreinigers möglich, wobei der Druck angemessen zu wählen ist. Falls erforderlich, kann ein mildes, pH-neutrales Reinigungsmittel eingesetzt werden, das anschließend vollständig mit Wasser abzuspülen ist.

Für Spiegeloberflächen sollten ausschließlich Vlies- oder Fleece-Tücher ohne Zusatzstoffe verwendet werden. Reinigungsmittel müssen nicht abrasiv und chemisch neutral sein. Glasreiniger können verwendet werden, sofern sie diese Anforderungen erfüllen.

pH-Neutralität und Druckbeständigkeit

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Oberflächen von Alu-Verbund-Digitalpaneelen pH-neutral sind. Dadurch behalten aufgebrachte Beschichtungen und Druckfarben über viele Jahre hinweg ihre Qualität, was die Platten auch für Archivierungs- und Langzeitanwendungen geeignet macht.

Materialverträglichkeit bei Reinigungsmitteln

Alu-Verbundplatten sind grundsätzlich sehr widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen. Um die Oberflächenqualität langfristig zu erhalten, sollten jedoch ausschließlich Reinigungsmittel mit einem pH-Wert bis maximal 10 verwendet werden.

Nicht geeignet sind Produkte mit Bleichmitteln, Ammoniak oder stark alkalischen Bestandteilen wie Natronlauge, Ätzkali oder Natronwasserglas. Ebenso sollten scheuernde Reinigungsmittel, Schleifmittel, Bürsten oder Faserpads vermieden werden, da sie das Finish dauerhaft beschädigen können.

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7 Alu Verbund thermische Expansion

Alle beim Bau und bei der Herstellung von Schildern eingesetzten Materialien unterliegen temperaturbedingten Längenänderungen. Bei steigenden Temperaturen dehnen sich Materialien aus, bei sinkenden Temperaturen ziehen sie sich zusammen. Jedes Material besitzt dabei eine eigene Wärmeausdehnungsrate. Werden unterschiedliche Materialien starr miteinander verbunden, können Spannungen, Verformungen oder Schäden entstehen, wenn diese Bewegungen nicht berücksichtigt werden.

Alu-Verbundplatten bestehen aus zwei Aluminiumschichten mit einem Polyethylenkern. Ihr thermisches Verhalten wird überwiegend durch die Aluminiumschichten bestimmt. Bei größeren Temperaturunterschieden – insbesondere im Außenbereich – kommt es zu messbaren Längenänderungen. Werden Platten an mehreren Punkten fixiert oder eingespannt, können sich diese Spannungen in Form von Durchbiegungen, Wellen oder beschädigten Befestigungen zeigen.

Gerade bei Werbeschildern, die häufig direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, ist die thermische Bewegung ein zentraler Faktor. Dunkle Farben können sich stark aufheizen, großformatige Schilder reagieren besonders empfindlich. Befestigungen müssen daher so ausgeführt sein, dass sich die Platte frei bewegen kann. Bohrlöcher sollten größer als das Befestigungselement sein, Schrauben dürfen nicht zu fest angezogen werden und die Platte darf nicht eingespannt werden. Starre Befestigungen führen hier besonders häufig zu sichtbaren Verformungen.

Auch bei Fassadenverkleidungen wirken Temperaturunterschiede über große Flächen und lange Zeiträume. Zusätzlich kommen Windlasten und Windsog hinzu. Die Unterkonstruktion muss Bewegungen der Platte aufnehmen können, ohne diese zu blockieren. Besonders kritisch sind Konstruktionen, bei denen das Trägermaterial selbst starr ausgeführt ist. Verformt sich das Substrat, kann sich diese Bewegung direkt auf die Alu-Verbundplatte übertragen. Bewährt haben sich hier gleitende Systeme wie Kanalschienen oder Clipbefestigungen.

Im Innenbereich sind die Temperaturunterschiede meist geringer, dennoch kann thermische Ausdehnung eine Rolle spielen – etwa bei großen Wandflächen, in unbeheizten Hallen oder in Bereichen mit punktueller Wärmeentwicklung. Auch hier sollten Befestigungen spannungsfrei ausgeführt werden, um langfristige Maßhaltigkeit und eine saubere Optik sicherzustellen.

Bei der mechanischen Befestigung mit Schrauben oder Nieten ist darauf zu achten, dass die Bohrlöcher ausreichend groß ausgeführt werden und das Befestigungselement mittig im Loch sitzt. Senkkopfschrauben sind ungeeignet, da sie die Platte fixieren und ein Gleiten verhindern. Spezielle gestufte Bohrer und geeignete Nietwerkzeuge helfen dabei, die notwendige Bewegungsfreiheit zu erhalten.

Für Anwendungen mit zu erwartender thermischer Bewegung eignen sich außerdem dauerelastische Klebesysteme. Diese müssen hohe Dehnungen aufnehmen können und dauerhaft flexibel bleiben. Eine ausreichende Klebeschichtdicke ist entscheidend, um Bewegungen sicher auszugleichen. Häufig wird eine Kombination aus Klebstoff und Abstandshaltern oder doppelseitigem Klebeband eingesetzt, um diese Schichtdicke zu gewährleisten. Die Verarbeitungshinweise des Klebstoffherstellers sind dabei unbedingt zu beachten.

Fazit:

Die Berücksichtigung der thermischen Expansion ist bei Alu-Verbundplatten entscheidend für Langlebigkeit, Optik und Funktionssicherheit – unabhängig davon, ob es sich um Werbeschilder, Fassaden oder Innenanwendungen handelt. Bewegungsfreiheit ist kein Detail, sondern ein zentrales Konstruktionsprinzip.